Bayerns Innenminister Joachim Herrmann empfängt den neuen ungarischen Innenminister Gabor Posfai zu einem ersten Arbeitsgespräch in München - Enger Dialog wird fortgesetzt
06.11.2026, 12:09 Uhr
Bayerns Innenminister Joachim Herrmann hat heute in München seinen neuen ungarischen Amtskollegen Gábor Pósfai zu einem ersten Arbeitsgespräch empfangen. Pósfai ist seit Mai 2026 im Amt. Im Mittelpunkt standen die Innere Sicherheit, die polizeiliche Zusammenarbeit beim Grenzschutz und die Bekämpfung grenzüberschreitender Kriminalität. Herrmann betonte: "Zwischen Ungarn und Bayern bestehen seit jeher enge und vertrauensvolle Beziehungen. Wir wissen diese Verbindung zu schätzen und pflegen sie auf allen Ebenen. Im Rahmen der EU-Donauraumstrategie arbeiten bayerische und ungarische Polizisten seit Langem erfolgreich zusammen. Daneben kooperieren sie bei gemeinsamen Fahndungen, Grenzschutzfragen sowie bei der Vorbereitung und Durchführung großer Veranstaltungen."
Ein weiteres Schwerpunktthema war Ungarns Lage an der Westbalkanroute und die gemeinsamen Herausforderungen bei der Bekämpfung irregulärer Migration. "Ungarns Nachbarland Serbien liegt an der Balkanroute und gilt als Drehscheibe für die illegale Migration. Der enge Austausch mit Ungarn ermöglicht es uns, zeitnah lagebezogene Erkenntnisse über die Entwicklung des Migrationsgeschehens auf der Balkanroute zu gewinnen und bei Bedarf frühzeitig darauf zu reagieren", erklärte Herrmann. Herrmann dankte Ungarn für die konsequenten Grenzkontrollen und begrüßte den regelmäßigen Austausch auf Fachebene. Zudem verwies Herrmann auf das neue Entry-Exit-System, das seit März 2026 an den Flughäfen Nürnberg und Memmingen bei der Bayerischen Polizei im Einsatz ist. "Mit dem Entry-Exit-System werden die Ein- und Ausreisen von Drittstaatsangehörigen erstmals schengenweit erfasst – digital, biometrisch gestützt und in Echtzeit. Das verbessert die Datenlage für die Sicherheitsbehörden im gesamten Schengenraum nachhaltig. Der Betrieb des Systems bei der Bayerischen Polizei hat sich bislang als stabil erwiesen. Auch während der Hauptreisezeit kam es zu keinen nennenswerten Störungen. Das gilt auch für die von der Bundespolizei eingesetzte technische Infrastruktur am Münchner Flughafen", so Herrmann.
Herrmann dankte seinem neuen ungarischen Amtskollegen Pósfai für die weiterhin vertrauensvolle Zusammenarbeit und kündigte an, diese bei der Inneren Sicherheit und bei der Bekämpfung grenzüberschreitender Kriminalität weiter zu intensivieren. "Mit unserem heutigen Gespräch knüpfen wir an die jahrelange und konstruktive Zusammenarbeit mit Ungarn an, die durch viele persönliche Begegnungen und regelmäßigen Austausch gekennzeichnet ist", so Herrmann abschließend.
