Bayerns Innenminister Joachim Herrmann hat in einem Ausblick auf die Herausforderungen des Jahres 2026 dargestellt, wie Bayern die Rolle als bundesweiter Spitzenreiter in Sachen Sicherheit verteidigen will: „Sicherheit durch Stärke heißt unsere Strategie 2026. Wir bekämpfen Kriminalität besonders an Brennpunkten wie Bahnhöfen oder Innenstädten mit vielfältigen polizeilichen Maßnahmen.“ Hinzu kommen weitere Investitionen in den Sach- und Personalhaushalt der Polizei sowie eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen Polizei und Bundeswehr. Technische Fähigkeiten und personelle Ressourcen sollen im Bereich der Drohnenabwehr und -detektion ausgebaut werden. Wichtig für den Erfolg bayerischer Sicherheitspolitik werde auch die Fortsetzung der Migrationswende sein.
"Neben der objektiven Sicherheitslage wollen wir auch das Sicherheitsgefühl noch weiter verbessern“ kündigte der bayerische Innenminister an. „Die Sicherheit im öffentlichen Raum, gerade in den Innenstädten, ist von besonderer Bedeutung.“ So seien bereits verschiedene polizeiliche Maßnahmen angelaufen: „Wir verstärken gemeinsame Fußstreifen mit der Bundespolizei. Es gibt regelmäßige Konzept- und Unterstützungseinsätze, auch unter Einbindung geschlossener Einheiten. Wir setzen Diensthunde ein zur Absuche des Bahnhofsumfeldes nach Drogenverstecken. Wir prüfen die Einrichtung von Cannabis-Verbotszonen durch die Polizei in Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden. Und wir bauen die polizeiliche Video-überwachung an Brennpunkten im Stadtgebiet und vieles mehr aus.“Für den Ausbau der polizeilichen Videoüberwachung im öffentlichen Raum investiert Bayern derzeit 3,8 Millionen Euro. „Hiermit werden nicht nur neue Kameras angeschafft und bestehende Anlagen erneuert, sondern die Videoinfrastruktur der Bayerischen Polizei an die fortschreitende Digitalisierung angepasst.“ Die Arbeitsgruppe "Bayern. 360° Sicherheit" habe dabei die Aufgabe, vorhandene Einsatzkonzepte sowie gesammelte Erfahrungen für Bahnhofsbereiche und Innenstädte zu überprüfen und gegebenenfalls weiter zu optimieren.
Mit mehr als 45.700 Stellen für alle Beschäftigten habe man eine neue Höchstmarke im Stellenbestand der Bayerischen Polizei erreicht. Die Verstärkung der Polizei von 2008 bis 2025 um 8.700 zusätzliche Stellen sei ein „deutschlandweit einmaliger Ausbau“, so Herrmann. „2026 werden wir mindestens 1400 neue Kolleginnen und Kollegen einstellen.“
Auch die Bayerische Sicherheitswacht werde gestärkt. „Dieses bayerische Erfolgsmodell soll von derzeit 1.500 bis zum Jahr 2030 auf 2.000 ehrenamtliche Bürgerinnen und Bürger ausgebaut werden.“
Zuversichtlich zeigt sich Herrmann, dass die Migrationswende erfolgreich fortgesetzt wird. Ein entscheidender Meilenstein für mehr Sicherheit und bessere Kontrolle an den Außengrenzen der EU sei dabei das Entry-Exit-System, dessen Inbetriebnahme an den bayerischen Flughäfen Memmingen und Nürnberg für Ende Januar vorgesehen ist. „Die Migrationswende ist im vollen Gange! Der Neuzugang von Asylbewerbern hat sich gegenüber dem Vorjahr mehr als halbiert. Wir werden diesen erfolgreichen Kurs gemeinsam mit der Bundesregierung fortsetzen und zugleich die Bayerische Grenzpolizei weiter stärken.“
Die polizeiliche Zivil-Militärische Zusammenarbeit hält der Bayerische Innenminister heute für wichtiger denn je. Mit der Teilnahme an der bundesweiten GETEX-Übung im März 2026 setzten die Bayerische Polizei und die Bundeswehr ein klares Zeichen für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit und eine gemeinsame Vorbereitung auf den Ernstfall. Die vermehrten Übungen stärken das Miteinander, schaffen gegenseitiges Verständnis und verbessern die Fähigkeit, in Krisen schnell und abgestimmt zu handeln.“
Eine Zusammenarbeit, die auch bei der Abwehr hybrider Bedrohungen und beim Bevölkerungsschutz zum Tragen kommt. „Wir müssen hier die technischen Fähigkeiten und personellen Ressourcen weiter ausbauen.“ So habe eine Task Force beim Präsidium der Bayerischen Bereitschaftspolizei den Auftrag, ein Drohnenkompetenz- und -abwehrzentrum einzurichten. Herrmann: „Ziel ist es, modernste Technik mit praxisnaher Einsatzkompetenz zu verbinden – in enger Zusammenarbeit mit der Bundeswehr, anderen Sicherheitsbehörden und führenden bayerischen Technologiepartnern. Diese Zusammenarbeit ist entscheidend: Nur durch vernetzte Strukturen und gebündeltes Know-how werden wir den wachsenden Bedrohungen wirksam begegnen können.“ Schwerpunkt des weiteren Ausbaus für Detektion und Abwehr werden zunächst die Flughäfen München, Nürnberg und Memmingen sein.
Unter dem Dach des neuen Landesamts für Bevölkerungsschutz sollen klare Führungsstrukturen für den Katastrophen- und Zivilschutz festgelegt werden. Herrmann: „Der konkrete Plan wird bis spätestens Ende März vorliegen.“ Unabhängig davon werden auch die Feuerwehren und Rettungsdienste inklusive Rettungshubschrauber weiter gestärkt und ausgedehnt.
