"Mit Ausnahme des Corona-Jahres 2021 hatten wir im vergangenen Jahr 2025 die seit 1978 beste Sicherheitslage. Das ist eine großartige Bilanz, die alle Behauptungen einer dauernden Zunahme von Kriminalität widerlegt." Dieses Fazit zog Bayerns Innenminister Joachim Herrmann heute in München bei der Vorstellung der Kriminalstatistik für das Jahr 2025. Die Kriminalitätsbelastung in Bayern ist im letzten Jahr erneut zurückgegangen: Die Bayerische Polizei registrierte 4.094 Straftaten pro 100.000 Einwohner (ohne ausländerrechtliche Delikte wie illegale Einreise oder illegalen Aufenthalt) – ein Rückgang um 4,8 Prozent im Vergleich zum Jahr 2024 (4.300). Die Aufklärungsquote stieg um 1,1 Prozentpunkte auf 66 Prozent.
Herrmann: "Diese Zahlen sind ein klares Zeichen: Unsere Sicherheitsstrategie greift. Und das macht sich im Alltag für viele Menschen deutlich bemerkbar. Der jüngste BayernTrend von Infratest dimap zeigt: Fast 80 Prozent der Befragten sind mit der Sicherheit und Ordnung im Freistaat zufrieden oder sehr zufrieden. Wir ruhen uns auf diesen Erfolgen aber nicht aus. Wir wollen Bayern noch sicherer machen."
Im Bereich der Gewaltkriminalität konnte im Jahr 2025 mit einem Rückgang um 4,5 Prozent auf 21.667 Fälle (2024: 22.693) eine positive Entwicklung verzeichnet werden. Davon waren knapp 79 Prozent gefährliche und schwere Körperverletzungen. "Gewaltkriminalität findet überwiegend im öffentlichen Raum statt. Unser Fokus liegt daher besonders auf Bahnhöfen und Innenstädten. Um Brennpunkte gar nicht erst entstehen zu lassen, setzen wir auf ein umfassendes Maßnahmenpaket", erklärte Herrmann. Zu den Maßnahmen, so der Minister, gehören unter anderem verstärkte gemeinsame Fußstreifen mit der Bundespolizei, Drogenspürhunde, Verbotszonen für Alkohol, Cannabis und Waffen sowie gezielte Einsätze geschlossener Einheiten der Bayerischen Bereitschaftspolizei. "Die Bayerische Polizei arbeitet dazu eng mit den zuständigen Kommunen und der Bundespolizei zusammen", so Herrmann. Außerdem werde der Ausbau der polizeilichen Videoüberwachung weiter vorangetrieben. Herrmann: "Die Bayerische Polizei setzt bereits an 17 Orten dauerhaft stationäre Videoüberwachung sehr erfolgreich ein, darunter in München, Regensburg, Augsburg und Coburg. Diesen Weg werden wir konsequent fortsetzen."
Bei der Rauschgiftkriminalität wurden im letzten Jahr 22.631 Fälle registriert und damit über 27 Prozent weniger als 2024 (31.145). Laut dem Innenminister haben die zum 1. April 2024 in Kraft getretenen gesetzlichen Änderungen im Umgang mit Cannabis die Gesamtentwicklung wesentlich beeinflusst. Herrmann betonte, dass der statistische Rückgang aber keinesfalls eine Entlastung für die Polizei bedeute. "Durch das Cannabisgesetz entstehen für die Polizei nicht nur zusätzliche Kontroll- und Überwachungsaufgaben, sondern es erschwert auch die effektive Bekämpfung von Kriminalität erheblich. Die Polizei ist hier also noch mehr gefordert als zuvor. Deshalb fordere ich nach wie vor in aller Deutlichkeit: Die Gesetze müssen angepasst werden."
Der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger stieg im letzten Jahr weiter an. Von den insgesamt 254.759 Tatverdächtigen waren im Jahr 2025 41,7 Prozent Nichtdeutsche (2024: 41 Prozent). Die Zahl der tatverdächtigen Deutschen nahm hingegen um 2,8 Prozent bzw. 4.321 Personen ab. Seit 2010 ist der Anteil der nichtdeutschen Bevölkerung an der Gesamtbevölkerung in Bayern auf 15,6 Prozent im Jahr 2025 gestiegen. Gleichzeitig hat sich der Anteil der nichtdeutschen Tatverdächtigen an allen Tatverdächtigen in diesem Zeitraum um 18 Prozentpunkte deutlich erhöht. Herrmann: "Diese Entwicklung steht im klaren Zusammenhang mit der hohen Zuwanderung der vergangenen Jahre. Darum muss unmissverständlich klar sein: Wer kein Bleiberecht hat, wer Straftaten begeht oder unsere Werte ablehnt, der muss unser Land wieder verlassen." Herrmann erklärte weiter, dass auf Bundes- und Landesebene bereits ein erfolgreicher Kurswechsel in der Migrationspolitik vollzogen worden sei. "Die Zahl der Rückführungen lag 2025 rund 21 Prozent über den Vorjahreszahlen. Der Straftäteranteil unter den Rückgeführten machte dabei rund 40 Prozent aus, was einmal mehr verdeutlicht: Die Rückführung von Straftätern hat in Bayern höchste Priorität." Herrmann begrüßte ausdrücklich die Entscheidung von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt, die Binnengrenzkontrollen zu verlängern. "Solange der Schutz der europäischen Außengrenzen nicht zuverlässig funktioniert, brauchen wir weiterhin effektive Grenzkontrollen. Die Bayerische Grenzpolizei wird tatkräftig ihren Beitrag dazu leisten." Zugleich unterstrich Herrmann die Bedeutung einer europäischen Lösung: "Die Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems muss nun mit Nachdruck umgesetzt werden. Die Zeit der naiven Migrationspolitik ist vorbei." Die größte Gruppe der nichtdeutschen Tatverdächtigen seien allerdings rumänische Staatsangehörige.
Beim Wohnungseinbruch hat sich der erhebliche Rückgang während der "Corona-Jahre" teilweise wieder umgekehrt. Mit insgesamt 3.806 registrierten Fällen ist im Vergleich zum Vorjahr ein Anstieg von 5,6 Prozent zu verzeichnen. Knapp die Hälfte der Taten blieb hierbei im Versuch stecken. "Die Zahl der Wohnungseinbrüche war im vergangenen Jahr aber immer noch deutlich unter dem Niveau vom Vor-Corona-Jahr 2019", betonte Herrmann. Die Aufklärungsquote stieg 2025 auf 23,1 Prozent (2024: 22 Prozent). Der Beute- und Vermögensschaden lag bei 29,2 Millionen Euro (2024: 28,8 Millionen Euro). Herrmann weiter: "Durch intensive Fahndungs- und Ermittlungsarbeit der Bayerischen Polizei konnten im vergangenen Jahr insgesamt 835 Wohnungseinbrecher geschnappt werden. Mehr als die Hälfte davon waren nichtdeutsche Tatverdächtige – vorwiegend aus Mittel- und Osteuropa. Wir haben es hier zum Teil mit professionellen, internationalen Einbrecherbanden zu tun." Herrmann kündigte an, dass die Bayerische Polizei einen besonderen Schwerpunkt auf die Bekämpfung des Wohnungseinbruchs legen werde: "Unsere Polizei wird ihre Schleierfahndung intensivieren und zudem mit verstärkten Streifen in Wohngebieten präsent sein."
Die Zahl der im Internet begangenen Straftaten sank im Jahr 2025 um 3.088 Fälle auf 41.829 Delikte. Rund 60 Prozent dieser Straftaten konnte die Polizei aufklären. Der Schaden lag bei 55,9 Millionen Euro (2024: 48,9 Millionen Euro). "Nach wie vor müssen wir aber von einer sehr hohen Dunkelziffer ausgehen. Denn viele Straftaten im Cyberraum werden noch immer nicht angezeigt", erklärte Hermann.
Abschließend bekräftigte der Innenminister, dass ein zentraler Pfeiler der bayerischen Sicherheitsstrategie seit jeher eine personell gut aufgestellte Polizei ist: "Wir haben die Bayerische Polizei von 2008 bis 2025 mit insgesamt beinahe 8.700 zusätzlichen Stellen verstärkt. In keinem anderen Bundesland wird ein derartiger Zuwachs erreicht. Mit mehr als 45.700 Stellen für alle Beschäftigten haben wir 2025 eine neue Höchstmarke im Stellenbestand der Bayerischen Polizei erreicht. Mit dem Doppelhaushalt 2026/2027 erhält die Bayerische Polizei im Jahr 2027 weitere 200 neue Stellen."
Unter www.innenministerium.bayern.de können Sie die Rede von Innenminister Herrmann zur Kriminalstatistik 2025 sowie eine Präsentation mit langjährigen Vergleichen einsehen. Detaillierte statistische Auswertungen finden Sie zudem auf der Seite www.polizei.bayern.de/kriminalitaet/statistik. Hier veröffentlichen die bayerischen Polizeipräsidien auch ihre regionalen Sicherheitsbilanzen.
