Bei der heutigen Verleihung des Bayerischen Integrationspreises 2026 im Bayerischen Landtag hat Bayerns Innen- und Integrationsminister Joachim Herrmann die diesjährigen Preisträger für ihre wertvolle Arbeit gelobt: "Die ausgezeichneten Projekte stehen exemplarisch für das Engagement zahlreicher Menschen, die Integration aktiv gestalten. Sie leisten einen wesentlichen Beitrag dazu, Verständigung zu fördern, Brücken zu bauen und gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken." Wie Herrmann deutlich machte, ist Integration ein fortlaufender, gemeinschaftlicher Prozess, der von gegenseitigem Respekt, Offenheit und Verantwortungsbewusstsein getragen wird. “Den Preisträgerinnen und Preisträgern gilt Anerkennung und Dank für ihren wertvollen Einsatz“
Der Integrationspreis steht dieses Jahr unter dem Motto 'Sprache schafft Heimat – Integration leben'. Alle ausgezeichneten Projekte haben sich laut Herrmann in besonderer Weise um die Integration von zugewanderten Menschen verdient gemacht und sich für das Erlernen und Anwenden der deutschen Sprache eingesetzt. "Sprache ist weit mehr als nur Worte: Sie verbindet Menschen, schafft Vertrauen und ermöglicht echte Begegnung. Nur wer die Sprache seines Gegenübers spricht, kann Gedanken teilen, Gefühle ausdrücken und Missverständnisse überwinden. Sprache ist somit der Schlüssel für ein respektvolles Miteinander. Und sie trägt letztlich maßgeblich dazu bei, wirklich anzukommen, sich zu Hause zu fühlen und Heimat zu finden“, betonte Integrationsminister Herrmann.
Die drei Preisträger des Integrationspreises 2026 sind:
1. Preis (4.000 Euro): HipHop Heroes – Sprache schafft Heimat, Ingolstadt
Der gemeinnützige Verein INfreestyle e. V. aus Ingolstadt bietet seit 2015 kreative, inklusive und kostenfreie Angebote der Jugendarbeit. Schwerpunkte sind Musik, Film, Medien, Kunst und Naturpädagogik. Mit Formaten wie dem Rap-Projekt 'HipHop Heroes' nutzt der Verein Jugendkultur, um Sprachentwicklung und Ausdruck bei Kindern und Jugendlichen zu fördern. In wöchentlichen Workshops entwickeln die Teilnehmenden Texte, produzieren Musik und erarbeiten gemeinsame Projekte. Ziel ist es, Hemmungen abzubauen, Selbstbewusstsein zu stärken und über kreative Prozesse Gemeinschaft und Teilhabe sowie Sprachkompetenz zu fördern.
2. Preis (2.500 Euro): FCA-Ballschule mit Sprach- und Leseförderung, Augsburg
Im Rahmen seiner Nachhaltigkeitsstrategie „Brücken bauen. Menschen bewegen. Umwelt schützen“ fördert der FC Augsburg Bewegung und Sport, insbesondere bei Kindern. Zentrales Element ist die Ballschule, in der motorische Fähigkeiten und Freude an Bewegung spielerisch vermittelt werden. Diese Begeisterung wird gezielt mit Sprach- und Leseförderung verknüpft: Gemeinsames Lesen mit den Übungsleitenden ist fester Bestandteil jeder Einheit. Die Kinder setzen sich aktiv mit Geschichten auseinander, lesen eigenständig mehrere Bücher im Schuljahr und präsentieren diese selbst. So werden Lesekompetenz, Ausdrucksfähigkeit und Selbstvertrauen gestärkt und niedrigschwellige Bildungsräume geschaffen, die Bewegung, Sprache und Gemeinschaft verbinden.
2. Preis (2.500 Euro): Reden. Begegnen. Dazugehören: Sprachpatenschaften für alle Lebenslagen, Passau
Der gemeinnützige Verein „Gemeinsam leben und lernen in Europa e. V.“ wurde 2008 in Passau gegründet und schafft seit vielen Jahren niedrigschwellige Angebote zur Förderung von Begegnung und gesellschaftlicher Teilhabe von Menschen mit und ohne Migrationsgeschichte. Im Zentrum stehen ehrenamtliche Projekte zur Sprachförderung und zum Austausch, darunter 1:1-Sprachpatenschaften für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene sowie Bewerbungstrainings für Migrantinnen. Ergänzt wird das Angebot durch interkulturelle Formate wie z. B. Kreativwerkstätten und gemeinsames Kochen. Ziel ist es, Hemmschwellen abzubauen, Vertrauen zu stärken und Integration als gemeinsamen Prozess im Alltag zu gestalten.