Bayerns Innenminister Joachim Herrmann beim AirMed World Congress 2026: Luftrettung zentraler Teil moderner Notfallversorgung - Austausch von Theorie und Praxis zur Weiterentwicklung der Branche

16.09.2026

Der AirMed World Congress 2026 wurde heute im Münchner Hofbräuhaus eröffnet. Die dreitätige Fachveranstaltung zur Luftrettung steht in diesem Jahr unter dem Motto 'Beyond Boundaries – Cross-Competence Enhancement of Aeromedical Services'. In seiner Eröffnungsrede betonte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann die Bedeutung der medizinischen Versorgung und Rettung aus der Luft: "Sie ist aus der modernen Notfallversorgung nicht mehr wegzudenken. Sie bringt schnelle und hochqualifizierte medizinische Hilfe, auch in unwegsamem Gelände und unter schwierigen Einsatzbedingungen." Der Freistaat Bayern habe eine Vorreiterrolle in der Luftrettung, die er stetig fortentwickle, so etwa auch mit der Ausweitung der Betriebszeiten in die Tagesrandzeiten an fünf Rettungshubschrauber-Standorten.

"Besonders wichtig ist die Verbindung von Theorie und Praxis. Denn in der Luftrettung muss sich wissenschaftliche Erkenntnis im praktischen Einsatz bewähren und in komplexen Notfall- und Krisensituationen zuverlässig anwendbar sein." Als zentral für die Weiterentwicklung der Luftrettung nannte Herrmann neben leistungsfähigen Hubschraubern oder modernen medizinischen Geräten den ganzheitlichen Aspekt, der die Luftrettung bestmöglich mit dem bodengebundenen Rettungsdienst und der Krankenhausversorgung verzahnt. Zudem geht es auch um das Potenzial des Einsatzes von Digitalisierung, der Telemedizin und künstlicher Intelligenz genauso wie die Bindung von Fachkräften. "Die Weiterentwicklung der Luftrettung betrifft gleichermaßen Fragen der Organisation, der Verantwortungsstrukturen und der öffentlichen Sicherheit. All diese Aspekte lassen sich nur gemeinsam und im europäischen Verbund erfolgreich gestalten", betonte Herrmann. Genau hierfür sei der Austausch der rund 800 Fachteilnehmer aus 40 Ländern in den kommenden drei Tagen ideal.
 
Im Rahmen der Veranstaltung übergab Herrmann zudem eine besondere Ehrung an Dr. Erwin Stolpe, Unfallchirurg und Pionier der Luftrettung. Er wurde für sein Lebenswerk mit dem Stern der Sicherheit, der Bayerischen Staatsmedaille Innere Sicherheit, ausgezeichnet. "Mit fachlicher Exzellenz sowie großer Menschlichkeit setzten Sie Maßstäbe in Ausbildung und Praxis. Sie entwickelten Ausbildungskonzepte, inspirierten Generationen von Notärzten, führten neue medizinische Standards für die Luftrettung ein, etablierten eine faktenbasierte Rettungsmedizin und initiierten wissenschaftliche Analysen von Einsätzen. Sie prägen heute weit über Bayern hinaus die Organisation des Rettungswesens mit", so Herrmann anerkennend.