Bayerns Innenminister Joachim Herrmann stellt Verkehrsunfallstatistik 2025 vor: Mehr Verkehrsunfälle und leichte Zunahme bei Verkehrstoten - Zahl der Schwerverletzten auf Allzeittief - Deutlicher Rückgang bei getöteten Radfahrern -

25.02.2026

Im vergangenen Jahr verzeichnete die Bayerische Polizei weniger Schwerverletzte auf den Straßen, gleichzeitig stieg die Zahl der Verkehrstoten leicht an. Die Zahl der getöteten Radfahrer ist dabei aber deutlich gesunken. "Unser Verkehrssicherheitsprogramm 2030 'Bayern mobil - sicher ans Ziel' wirkt", erklärte Innenminister Joachim Herrmann heute in München. Zugleich mahnte Herrmann: "507 Verkehrstote sind immer noch viel zu viel. Jeder einzelne Tote ist einer zu viel." Der Minister kündigte zahlreiche Schwerpunktmaßnahmen für 2026 an, um Bayerns Straßen weiter sicherer zu machen. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Sicherheit auf Landstraßen. 

Im Jahr 2025 wurden in Bayern insgesamt 387.656 Verkehrsunfälle registriert, das sind 1,7 Prozent mehr als 2024 (381.063). Ein wesentlicher Grund ist die weiter gestiegene Zahl der zugelassenen Kraftfahrzeuge, die sich 2025 von rund 10,8 Millionen auf rund 10,9 Millionen erhöht hat. Die Zahl der Verletzten blieb mit 62.419 auf dem Niveau des Vorjahres (2024: 62.191). Bei der Zahl der Schwerverletzten wurde mit 8.727 ein Allzeittief erreicht (2024: 9.024). "Leider mussten wir 2025 insgesamt 507 Menschen beklagen, die im Straßenverkehr ums Leben kamen. Das sind zwölf Verkehrstote mehr als 2024. Nach einem mehrjährigen Rückgang verzeichnen wir damit erstmals wieder einen leichten Anstieg. Dennoch zeigt der Langfristtrend nach unten. Wir werden weiter alles daransetzen, die Zahl der Verkehrstoten zu senken", betonte Herrmann.
 
Die meisten tödlichen Unfälle ereignen sich weiterhin auf den Landstraßen außerorts. Dort gab es 313 Verkehrstote, und damit 16 mehr als im Vorjahr. Rund 60 Prozent der getöteten Verkehrsteilnehmer in Bayern verunglücken auf Landstraßen. Unfallursache Nummer eins bleibt zu hohe und nicht angepasste Geschwindigkeit. Im Jahr 2025 war diese ursächlich für 128 und damit rund ein Viertel aller tödlichen Verkehrsunfälle in Bayern.
 
Erfreut zeigte sich Herrmann bei der Entwicklung im Radverkehr: Die Zahl der getöteten Radfahrer ging nach mehreren Jahren des Anstiegs um zwölf Personen auf 82 zurück (2024: 94). Knapp die Hälfte davon (39) war mit einem Pedelec unterwegs (2024: 42), also mit einem elektrischen Fahrrad mit einer Motorunterstützung bis 25 Kilometer pro Stunde. Insgesamt hat die Zahl der Verkehrsunfälle mit Radfahrern 2025 mit rund 19.800 leicht zugenommen (2024: 19.264). 18.451 Radfahrer wurden verletzt (2024: 17.857). "Wir setzen weiterhin alles daran, den Radverkehr in Bayern sicherer zu machen. Neben konsequenten Kontrollen der Fahrradstreifen der Bayerischen Polizei setzen wir vor allem auf eine bessere Infrastruktur. Bis 2030 sollen gemeinsam mit den Kommunen 1.500 Kilometer neue Radwege entstehen", erklärte Herrmann. Inzwischen sind laut Herrmann bereits über 800 Polizistinnen und Polizisten in Bayern auf Fahrradstreife.
 
Auch 2025 zeigte sich die tödliche Gefahr von Alkohol und Drogen am Steuer. Die Zahl der Alkoholunfälle stieg leicht um 1,5 Prozent auf 4.857 an. Dabei kamen 30 Menschen ums Leben (2024: 36). Die Zahl der Drogenunfälle ging zwar um 3,5 Prozent auf 692 zurück. 16 Menschen kamen aber dabei ums Leben. Zudem gab es ein deutliches Plus von 9,4 Prozent bei der Zahl der Fahrer, die unter Drogeneinfluss erwischt worden sind. Mehr als die Hälfte davon stand unter Einfluss von Cannabis. "Die Legalisierung von Cannabis durch die 'Ampel'-Regierung war eine klare Fehlentscheidung mit gravierenden Folgen. Wir sehen heute: Mehr Fahrten unter Cannabiseinfluss bedeuten erheblich mehr Gefahren für alle Verkehrsteilnehmer. Deshalb fordere ich in aller Deutlichkeit: Die Gesetze müssen im Sinne der Verkehrssicherheit angepasst werden", so Herrmann.
 
Herrmann äußerte sich auch zu den aktuellen Reformplänen des Bundesverkehrsministeriums, die darauf abzielen, die Fahrschulausbildung in Deutschland kostengünstiger und unbürokratischer zu gestalten. "Es ist unbestritten, dass die in den vergangenen Jahren stark gestiegenen Führerscheinkosten für viele junge Menschen und ihre Familien eine erhebliche finanzielle Belastung darstellen. Klar ist aber auch: Die Unfallzahlen der jungen Fahranfänger konnten in den letzten Jahren massiv gesenkt werden. Diese Erfolge dürfen durch entsprechende Reformen nicht zunichte gemacht werden." Die Zahl der Verkehrsunfälle mit Personenschaden mit Beteiligung junger Erwachsener im Alter von 18 bis 24 Jahren ist im letzten Jahr auf 10.492 zurückgegangen (2024: 10.660). Im Jahr 2019 lag diese Zahl noch bei 13.047. Herrmann weiter: "Eine Reform der Fahrschulausbildung darf nicht zulasten der Ausbildungsqualität und der Prüfungsanforderungen gehen. Denn diese sind ein zentraler Baustein unserer Verkehrssicherheit und sorgen dafür, dass Fahranfänger gut vorbereitet am Straßenverkehr teilnehmen."  
 
Der Minister kündigte eine Reihe von Schwerpunktmaßnahmen für 2026 an. Im Fokus steht über das gesamte Jahr hinweg die Sicherheit auf Landstraßen, zum Beispiel bei den landesweiten Schwerpunktaktionen der Bayerischen Polizei im Juni 2026. Außerdem wird die Polizei verstärkt gegen Temposünder vorgehen und mehr Geschwindigkeitskontrollen durchführen. Auch der Schwerverkehr steht in diesem Jahr erneut im Mittelpunkt der Polizeikontrollen. Ein besonderes Auge wird die Bayerische Polizei auf die Fahrtüchtigkeit der Fahrzeugführer werfen, speziell was den Einfluss von Alkohol, Cannabis und anderen Drogen anbelangt. "Seien Sie Vorbild im Straßenverkehr. Beachten Sie die Verkehrsregeln. Und nehmen Sie den Fuß vom Gas", appellierte der Innenminister.
 
Weitere Informationen zur Verkehrsunfallentwicklung 2025 in Bayern, zu den Maßnahmen für mehr Verkehrssicherheit und zum neuen Verkehrssicherheitsgewinnspiel "Vorsicht. Rücksicht. Umsicht." sind unter www.sichermobil.bayern.de abrufbar.