Bayerns Innenminister Joachim Herrmann stellt Ergebnisse der Regionalisierten Bevölkerungsvorausberechnung vor: Einwohnerzahl wächst auf 13,53 Millionen bis 2044 - Durchschnittsalter steigt auf 46 Jahre - Regionale Unterschiede bei der Bevölkerungsentwicklung - Gezielte Zuwanderung qualifizierter Fachkräfte und Stärkung aller Regionen essenziell
„Bis 2044 wächst Bayern um rund 278.000 Personen oder 2,1 Prozent auf etwa 13,53 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner an. Dabei reicht die geringe Zahl der Geburten nicht aus, um die Todesfälle auszugleichen, sodass der maßvolle Bevölkerungszuwachs insbesondere auf die Zuwanderung aus den anderen Bundesländern und dem Ausland zurückzuführen ist“, erklärte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann heute bei der Vorstellung der Regionalisierten Bevölkerungsvorausberechnung.
Zudem steigt das Durchschnittsalter bis 2044 von 44,3 Jahre auf 46 Jahre, wobei die Bevölkerung im ländlichen Raum mit 46,9 Jahren älter sein wird als in den Ballungsräumen (44,8 Jahre). Auch das Verhältnis des Anteils der unter 20-Jährigen und derjenigen, die 67 Jahre oder älter sind, wird sich ändern: „2044 werden etwa 18,1 Prozent der bayerischen Bevölkerung unter 20 Jahre, aber 23,6 Prozent 67 Jahre oder älter sein“, so Herrmann.
„Die errechnete Bevölkerungsdemographie und insbesondere die Altersstruktur stellen unsere Gesellschaft vor große Herausforderungen. Wir sind auch zukünftig auf gezielte Zuwanderung qualifizierter Fachkräfte angewiesen, die sich an den Bedürfnissen des Arbeitsmarktes orientieren und insbesondere die Zukunftsperspektive im ländlichen Raum nachhaltig stärken“, erklärte der Minister.
Hermann betonte, dass Bayern nach wie vor attraktiv ist und bundesweit die beste Sicherheitslage sowie die niedrigste Arbeitslosenquote – sowohl insgesamt als auch unter Ausländern – vorweisen kann. „Aber wir müssen auch weiterhin die Entwicklung in Bayern positiv begleiten, und genau dafür sind die Ergebnisse der Bevölkerungsvorausberechnung eine wichtige Planungsgrundlage. Stabile Rahmenbedingungen in sämtlichen Regionen Bayerns sind dabei genauso essenziell wie eine Entlastung der großen Städte, die zunehmend an ihre Wachstumsgrenzen stoßen.“ Daher setze sich die Staatsregierung für die Stärkung der Attraktivität aller Regierungsbezirke ein, indem sie den Ausbau der Infrastruktur sowie die Behördenverlagerung und die Ansiedlung staatlicher Behörden im gesamten Freistaat vorantreibe. Allein in den letzten 10 Jahren wurden insgesamt über 2.500 Arbeitsplätze und über 700 Studienplätze verlagert.
„Diese gezielten politischen Maßnahmen zeigen bereits Erfolge: Während in früheren Vorausberechnungen Ober- und Unterfranken noch teils deutlichere Verluste von bis zu sechs Prozent in Aussicht gestellt wurden, geht die aktuelle Vorausberechnung von leichten bis moderaten Rückgängen in Höhe von minus 3,3 Prozent bzw. minus 1,3 Prozent aus“, so Herrmann. In einigen unterfränkischen Landkreisen, wie etwa Kitzingen oder Würzburg, sind sogar Zuwächse zu verzeichnen. Die anderen fünf Regierungsbezirke können nach den aktuellen Prognosen jeweils ein Bevölkerungsplus verzeichnen. Schwaben ist, wie bereits in den Vorjahren, mit einem Bevölkerungsplus von 5,2 Prozent oder rund 100.000 Einwohnern Spitzenreiter. In Oberbayern wird ein Wachstum von 3,2 Prozent prognostiziert. Auch die niederbayerische Bevölkerung soll um 3,1 Prozent wachsen. Die Oberpfalz kann mit einem Plus von 2,2 Prozent rechnen. Für Mittelfranken ist ein leichter Zuwachs von 0,7 Prozent errechnet worden.
