„Mit seinen rund 4.500 Mitgliedsvereinen leistet der Bayerische Fußball-Verband einen immensen Beitrag für eine fitte Gesellschaft, die zusammenhält. Die integrative Kraft des Fußballs ist für unsere Gesellschaft von unschätzbarem Wert. Ich bitte alle Verantwortlichen deshalb darum: Hüten Sie diesen großen Schatz in unserem Land und machen Sie weiter so.“ Beim 27. Verbandstag des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV) im niederbayerischen Bad Gögging würdigte Bayerns Innen- und Sportminister Joachim Herrmann das ehrenamtliche Engagement in „hunderttausenden Stunden, aus reiner Leidenschaft für ihren Verein und den Sport“. Der organisierte Sport liege der Staatsregierung demzufolge sehr am Herzen. „Deshalb haben wir in den letzten Jahren die Sportförderung kontinuierlich ausgebaut und stärken die Strukturen, die das Ehrenamt tragen und schützen. Denn für mich ist klar: Ein lebendiges Vereinsleben ist das Fundament für gesellschaftlichen Zusammenhalt und ein starkes Bayern.“
Der Freistaat fördere den Breiten- und Nachwuchsleistungssport mit erheblichen Mitteln, so Herrmann. „Allein im Jahr 2025 wurden Fördermittel von rund 112 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.“ Für den vereinseigenen Sportstättenbau sind in den Jahren 2025 und 2026 erneut jeweils mehr als 25 Millionen Euro vorgesehen. Auch der Bayerische Fußballverband habe von den Mittelerhöhungen der vergangenen Jahre erheblich profitiert. So wurden dem BFV in den letzten drei Jahren insgesamt mehr als 8,7 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Herrmann: „Angesichts der bedeutenden Rolle des Fußballs in unserem Land hervorragend investiertes Geld.“
Besonders freut den bayerischen Sportminister der Aufschwung im Mädchen- und Frauenfußball. „Die Begeisterung für die Frauennatio¬nalmannschaft und die internationalen Erfolge des Frauenfußballs, gerade der Damen des FC Bayern, haben zur Stei¬gerung der Aufmerksamkeit und Sicht¬barkeit beigetragen.“ Hier könne der Fußball Zeichen für Gleichberechtigung und gegen Rollenbeschränkungen setzen.
Mit großer Sorge betrachtet Bayerns Innen- und Sportminister Joachim Herrmann die anhaltende Gewalt im Zusammenhang mit Fußballspielen. Jüngstes Beispiel sei das Bundesligaspiel zwischen dem FC Bayern und VFB Stuttgart, bei dem rund 1.000 Personen aufeinander losgingen. „Diese offenbar abgesprochene Massenschlägerei konnte dank des schnellen und konsequenten Einschreitens der Polizei frühzeitig unterbunden werden.“ Besonders besorgniserregend sei die bundesweite Zunahme von Verstößen mit Pyrotechnik. Pyrotechnische Gegenstände bergen erhebliche Gefahren – durch extreme Hitze, dichten Rauch und giftige Gase. Deshalb haben sie weder im Amateur- noch im Profifußball etwas verloren. „Das sage ich auch all jenen vermeintlichen Romantikern und Puristen für Fanchoreografien. Ich bitte daher auch alle Verantwortlichen um eine klare gemeinsame Linie.“
Dabei sei Herrmann eines ganz wichtig: „Die überwältigende Mehrheit der Fußballfans ist absolut friedlich. Einzelne Gewalttäter dürfen nicht die Fußballkultur prägen oder den Spielbetrieb gefährden.“ Gleichzeitig sei klar: „Sicherheit im Fußball ist eine gemeinsame Aufgabe. Ohne ein deutlich verstärktes Engagement von Vereinen und Verbänden wird es keine nachhaltige Entlastung für Polizei und Sicherheitsbehörden geben.“
