„Unsere Demokratie braucht Religion!“ Auf dem Evangelischen Bayerischen Kirchentag 2026 am Hesselberg im Landkreis Ansbach sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann, der christliche Glaube stehe für Nächstenliebe, für die Suche nach Wahrheit, für Achtung vor der Würde jedes Einzelnen und damit für Frieden. „Genau aufgrund dieses einzigartigen ethischen Fundaments kommt dem Christentum in unserer Demokratie eine so wichtige Rolle zu.“ Gerade beim Bayerischen Kirchentag werde spürbar, welche Kraft von diesem gemeinsamen Glauben ausgeht, wenn Menschen zusammenkommen, um Orientierung zu finden.
Herrmann hält es für sehr wichtig, dass sich Christinnen und Christen mit klar vernehmbarer Stimme einbringen. „Wir können eine Gesellschaft prägen – gerade in einer Zeit, da viele Menschen orientierungslos und unsicher angesichts der Zukunft unserer Demokratie sind. Wir müssen als Vorbilder vorangehen und einen Unterschied machen. Wir müssen Leuten, die Hass und Hetze verbreiten, klar entgegentreten.“
Das eigene feste Wertefundament müsse für eine gelingende Demokratie jeden Tag aufs Neue gelebt werden. Das Land brauche Hilfsbereitschaft, Gerechtigkeit und Solidarität für die innere Geschlossenheit mehr denn je. „Diese Werte sind der lebendige Geist, der unsere Rechtsordnung trägt und unser Gemeinwesen zusammenhält“, ist Herrmann überzeugt. Sowohl der Freistaat Bayern als auch die Bundesrepublik Deutschland seien deshalb nicht neutral in Bezug auf die Weltanschauung: „Sie bekennen sich zu ihren christlichen Wurzeln aus vollster Überzeugung, auch wenn es keine Staatsreligion gibt.“
Herrmann betonte, dass das starke christliche Erbe in unserem Staat kein museales Relikt sei. „Es muss allen Christinnen und Christen Antrieb sein, sich für unsere Demokratie einzusetzen und sie, wo nötig, zu verteidigen. Das bedeutet auch fanatischen Auswüchsen entgegenzutreten – gegen alle Formen des Antisemitismus in unserem Land wie gegen absurde Rufe nach einem Kalifat in Deutschland.“ Herrmann rief dazu auf, alle Kraft des christlichen Glaubens dafür einzusetzen, das Spaltende und das Destruktive, das die demokratische Gesellschaft von innen heraus bedrohe, zu überwinden.
