Die Zahl der bei Angriffen verletzten Polizistinnen und Polizisten in Bayern hat im Jahr 2025 einen Höchststand seit Beginn der statistischen Aufzeichnungen im Jahr 2010 erreicht. Insgesamt wurden 3.172 Einsatzkräfte durch Gewalttäter verletzt. 13 von ihnen mussten schwerverletzt stationär behandelt werden (2024: 14). Innenminister Joachim Herrmann und Justizminister Georg Eisenreich haben heute in München das Lagebild 2025 "Gewalt gegen Polizeibeamte" vorgestellt. Herrmann betonte: "Diese Gewalt gegen unsere Einsatzkräfte ist inakzeptabel! Wer diejenigen attackiert, die für unsere Sicherheit sorgen, die Rechtsordnung durchsetzen und Menschen in Not helfen, überschreitet eine klare Grenze." Justizminister Eisenreich: "Bei Gewalt gegen unsere Einsatzkräfte gilt in Bayern: null Toleranz. Die bayerische Justiz verfolgt Angriffe auf Einsatzkräfte schnell und konsequent.".
Das Landeslagebild verzeichnet für das Jahr 2025 insgesamt 7.151 Straftaten gegen Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte (2024: 7.384). Von den registrierten Delikten entfielen 4.611 Fälle auf körperliche Gewalt (2024: 4.692), darunter Körperverletzungen, Widerstandshandlungen, tätliche Angriffe auf Vollstreckungsbeamte sowie Raubdelikte. Darüber hinaus registrierte die Bayerische Polizei 2.118 Beleidigungen (2024: 2.216) und 334 Bedrohungen (2024: 371). Besonders besorgniserregend sind sieben als versuchte Tötungsdelikte eingestufte Angriffe (2024: fünf). In zehn Fällen führten die Angreifer eine scharfe Schusswaffe mit sich. In einem Fall wurde eine Schusswaffe gegen Polizeikräfte eingesetzt. Hieb- und Stichwaffen wurden 149-mal mitgeführt und 17-mal gegen die Polizisten eingesetzt.
Die Polizei erfasste insgesamt 5.798 Tatverdächtige (2024: 5.971). Dies ist der niedrigste Stand seit 2015. Innenminister Herrmann erklärte: "Die Zahl der Delikte und der Täter ist zwar rückläufig. Gleichzeitig steigt aber die Zahl der verletzten Polizistinnen und Polizisten auf einen neuen Höchststand. Das zeigt: Die Gewalt gegen Einsatzkräfte geht heute von weniger Personen aus, ist aber offenbar deutlich intensiver und folgenschwerer." Rund 82 Prozent der Tatverdächtigen waren männlich. Etwa 60 Prozent standen während der Tat unter Alkohol- und/oder Drogeneinfluss. Knapp 900 Tatverdächtige und damit rund 15 Prozent waren sogenannte "Mehrfachtäter", das heißt, sie wurden mit zwei oder mehr Taten erfasst.
Angesichts der weiterhin hohen Zahl der bei Angriffen verletzten Polizistinnen und Polizisten kündigte Herrmann an, den Schutz der Einsatzkräfte konsequent weiterzuentwickeln: "Die Bayerische Staatsregierung hat bereits zahlreiche Schutzmaßnahmen umgesetzt und prüft fortlaufend weitere Verbesserungen. Wir setzen auf eine fundierte Aus- und Fortbildung, professionelles polizeiliches Einsatztraining, hochmoderne und innovative Ausrüstung wie ballistische Schutzwesten und Body-Cams, ein umfassendes Betreuungs- und Unterstützungsangebot, zügige Sachbearbeitung bei den Ermittlungen sowie einen hohen Strafrahmen." Justizminister Eisenreich ergänzte: "Polizistinnen und Polizisten sind sieben Tage die Woche für unsere Sicherheit im Einsatz. Deshalb müssen wir die schützen, die uns schützen. Wer unsere Einsatzkräfte angreift, muss wissen: Er greift damit zugleich den Rechtsstaat an und wird konsequent bestraft."
Außerdem erprobt die Bayerische Polizei derzeit im Rahmen einer Pilotierung den Einsatz von Distanz-Elektroimpulsgeräten (DEIG) – auch Taser genannt – im Wach- und Streifendienst. Bislang werden DEIG bei geschlossenen Einheiten und den Unterstützungskommandos (USK) der Bayerischen Polizei eingesetzt. Pilotbehörden sind die Polizeiinspektionen Augsburg Mitte, Regensburg Süd und Schweinfurt. Die Ergebnisse der sechsmonatigen Pilotphase werden anschließend von einer Arbeitsgruppe umfassend evaluiert.
Abschließend betonten Herrmann und Eisenreich: "Lassen Sie uns gemeinsam und mit Nachdruck für einen respektvollen und wertschätzenden Umgang mit unseren Polizistinnen und Polizisten eintreten! Sie sind die sichtbaren Repräsentanten unseres handlungsfähigen, demokratischen und freiheitlichen Rechtsstaats. Zeigen wir ihnen den Rückhalt, den sie verdienen – jeden Tag und überall in unserem Land."
Das vollständige Lagebild ist unter www.innenministerium.bayern.de abrufbar.
