Die höchste Beamtin im bayerischen Innenministerium geht nach mehr als drei Jahrzehnten in der Staatsverwaltung in den Ruhestand. Ihr Nachfolger wird Gunnar Wiegand, vorher Leiter der Abteilung Pla¬nung, Kommunikation und Strategie. Innenminister Joachim Herrmann dankte Brigitta Brunner, die er zuletzt mehr als fünf Jahre als Ministerialdirektorin und Vertreterin des Amtschefs „als Leitungspersönlichkeit erlebt habe, auf deren Einsatzbereitschaft und Loyalität stets Verlass war“. Herrmann weiter: „Sie waren an zwei Regierungen, am Landratsamt, beim Landesamt für Statistik, in der Bayerischen Vertretung in Berlin und in zwei Staatsministerien tätig. Ein kurzer Blick auf die dabei von Ihnen ausgeübten Positionen zeigt eine beeindruckende Verwaltungslaufbahn, die ihresgleichen sucht: Abteilungsleiterin, Vizepräsidentin, Regierungspräsidentin und schließlich Ministerialdirektorin.“
Herrmann sagte, nur die schlichte Aufzählung ihrer Tätigkeiten würde dem Wirken Brunners nicht gerecht. Entscheidend sei, dass sie in jeder Ihrer Aufgaben herausragende Leistungen gezeigt und die bayerische Staatsverwaltung aktiv geprägt und gestaltet habe. „Komplexe Sachverhalte konnten Sie auf ihren wesentlichen Kern reduzieren. Sie haben stets nach einer tragfähigen Lösung gesucht und dafür gesorgt, dass diese auch umgesetzt wird. Sie sind eine zupackende „Anschieberin“. Brunner habe Natürlichkeit und Durchsetzungsvermögen mit Geradlinigkeit und Standvermögen verbunden. Besonders sichtbar sei Ihre Führungsqualität als Regierungspräsidentin geworden – ein Amt, das Sie ab 2008 in der Oberpfalz als erste Frau an der Spitze einer bayerischen Regierung ausübte, ab 2016 als erste weibliche Regierungspräsidentin von Oberbayern. Herrmann: „Dabei haben Sie sich nie über Ihre Rolle als erste Frau an der Spitze einer so bedeutenden Behörde wie einer Regierung definiert. Maßstäbe haben Sie überall durch Ihre Leistung gesetzt.“
Auch die berufliche Laufbahn von Brunners Nachfolger Gunnar Wiegand, zuvor Abteilungsleiter im Innenministerium, ist nach den Worten Herrmanns „von großer fachlicher Breite und Führungserfahrung geprägt“. Wiegand wisse, wie Entscheidungen getroffen werden. Er wisse, wie wichtig klare Kommunikation sei und dass Verwaltung gerade in Krisenzeiten vor allem eines brauche: „Verlässliche Strukturen und Partner, klare Verantwortlichkeiten und große Einsatzbereitschaft.“ Als neuer Ministerialdirektor übernehme Wiegand eine zentrale Funktion mit einem breit gefächerten Aufgabenspektrum. „Dabei kommen Ihnen Ihre bisherigen Erfahrungen unmittelbar zugute: Sie kennen die Einsatzorganisationen und die kommunale Ebene. Sie kennen die Zusammenarbeit mit Bund und Ländern. Sie kennen europäische und internationale Zusammenhänge. Und als Leiter der Abteilung Planung, Kommunikation und Strategie haben Sie auch die politischen und strategischen Aufgaben unseres Hauses maßgeblich mitgestaltet.“
